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Zur Geschichte des Krankenhauses Meiningen, Ernststraße
- von 1945 bis 1990 -

In Folge der Gebietsreform am 1. Juli 1994 wurde mit dem Zusammenschluss der Altkreise Meiningen, Schmalkalden und Teile von Suhl-Land der neue Landkreis Schmalkalden-Meiningen gebildet.

Mit der Kreisfusion bekam das Landratsamt Schmalkalden-Meiningen als kommunale Behörde seinen Sitz in Meiningen. Die strukturelle Gliederung des Landratsamtes sah u.a. vor, neben dem bereits bestehenden Kreisarchiv Meiningen zusätzlich ein Behördenarchiv im Landratsamt einzurichten. Aufgabe des Behördenarchivs ist es bis zur Gegenwart, das zur laufenden Aufgabenerfüllung der aktenführenden Stellen nicht mehr benötigte Schriftgut zu übernehmen, sachgerecht aufzubewahren, auf Anforderung der Behörde zur Verfügung zu stellen und nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen endgültig auszusondern oder an das Kreisarchiv (Endarchiv) abzugeben.

Neben dem Schriftgut der Behörde fand mit Auflösung der Meininger Kliniken zum 31.03.1995 dessen umfangreiches Krankenblattarchiv sowie dessen Vorgängerakten Aufnahme im Behördenarchiv. Als Rechtsnachfolger war das Landratsamt verpflichtet, den Aktenbestand dieser Einrichtungen sowie die Krankenblätter der aufgelösten Polikliniken Meiningen und Schmalkalden ebenfalls zu archivieren. Es handelt sich hierbei um einen Gesamtaktenbestand von 1.600 lfm (laufenden Metern).

Während der Sichtung und dem Abtransport der Patientenakten im Sommer 1997 vom Krankenhaus in das Behördenarchiv durch Archivmitarbeiter und ABM-Kräfte, lief auch die Beräumung des Krankenhauses (Liquidation) auf Hochtouren. Die langen Flure der einzelnen Gebäude waren zugestellt mit Medizintechnik verschiedenster Art.

Es stellte sich die Frage, was wohl mit diesen Gegenständen passiert?

Wie später der technische Leiter des Krankenhauses, Herr Heun mitteilte, sollte ein Teil des Inventars verkauft, ein Teil zur Unterstützung der Krankenhäuser vor allem in den ost-europäischen Ländern als Spende bestimmt sein und der Rest zur Altstoffverwertung gebracht werden.

Die Mitarbeiter des Kreisarchivs fragten sich, ob es nicht sinnvoll wäre, neben dem großen Aktenbestand des Bezirkskrankenhauses Meiningen / Meininger Kliniken gGmbH (gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung) einen kleinen Teil des Inventars aus der Zeit bis 1990 als Anschauungsstücke für nachfolgende Generationen zu übernehmen und aufzubewahren.

Daraufhin suchte man das Gespräch mit Frau Dr. Jahn, Vorstandsmitglied des Sozialwerkes Meiningen e.V. und brachten diese Vorstellungen an. Dabei trafen wir auf eine unerwartete Resonanz. Frau Dr. Jahn erzählte, dass ihr selbst auch schon solch ein Gedanke gekommen sei, eine Sammlung anzulegen. Jedoch fehlte es an der notwendigen Zeit und vor allen Dingen den Räumlichkeiten für ein solches Vorhaben. Frau Dr. Jahn fand es sehr gut, dass nun durch die geweckte Initiative der Nachwelt - wenn auch im kleinen Umfang - ein Bild über den Stand der Krankenhausausstattung bis zur Wende ermöglicht werden soll. In einem letzten Gespräch mit dem damaligen Geschäftsführer der Meininger Kliniken gGmbH, Herrn Seeberg, erhielt das Kreisarchiv die endgültige Zustimmung leicht transportierbare Gegenstände zu übernehmen.

Bei der schriftlichen Erläuterung der einzelnen "musealen Sachzeugnisse" untersützte die Mitarbeiter des Archivs in freundlicherweise Herr Heun. Er gab zu den einzelnen Gegenständen die genaue Bezeichnung an, die Funktion, das Baujahr und den Standort.Übergangsweise wurde die Sammlung in drei Büroräumen des Landratsamtes im Haus III aufgestellt.

Bei weiteren Aktenübernahmen von allgemein praktizierenden Ärzten des Landkreises nach 1997 erhielten das Kreisarchiv u. a. aus dem Fundus von Frau Dr. Elsner aus Jüchsen ebenfalls einige Sammlungsstücke.

Ein weiteres Interesse galt auch der Entwicklung der Zahntechnik. Nach einer telefonischen Umfrage in langjährig praktizierenden Zahnarztpraxen wurde bald deutlich, das bereits nach der Wende die "alten Behandlungseinheiten" durch moderne ersetzt wurden. Die alte Technik war bereits nach dem Ausbau entsorgt worden.

Unabhängig von dieser Tatsache nahmen die Mitarbeiter des Kreisarchivs Verbindung mit dem DENTAL-Labor in Suhl auf, welches für die Aufstellung neuer und die Entsorgung alter Technik in Zahnarztpraxen unseres Territoriums zuständig ist. Wir fragten nach alten Behandlungseinheiten, jedoch ohne Erfolg. Fast alle Zahnarztpraxen hatten bereits umgerüstet. Schließlich machte das Labor in Neudietendorf bei Erfurt eine Behandlungseinheit aus den 70-er Jahren ausfindig und lieferte diese kostenlos an.

Das Kreisarchiv des Landratsamtes dankt abschließend auf diesem Wege allen Mitarbeitern der genannten Einrichtungen für die freundliche Unterstützung bei der Umsetzung dieser Idee.

Erste Reaktionen von Besuchern zeigen, dass vor allem bei jungen Menschen großes Interesse an der Besichtigung dieser Sammlungsstücke besteht.

Übergabe - Übernahme des Medizinischen Museums an den
DRK-Kreisverband Meiningen e.V. 2014

Mit Wirkung vom 09. Juli 2014 erfolgte die Übernahme - Übergabe des Medizinischen Museums vom Kreisarchiv Schmalkalden-Meiningen an den DRK-Kreisverband Meiningen e.V. Die Ursache für die Auslagerung liegt darin begründet, einen öffentlichkeitswirksamen Standort innerhalb der Häuser des DRK-Kreisverbandes zu erreichen.
Dieser war in den Räumlichkeiten des Kreisarchivs Schmalkalden-Meiningen nicht mehr gegeben.